SHZ: Fetziges Konzert für mehr Bürgersinn

06.02.2012 04:50

Charly Beutin und die Schreckschussband spielten 1150 Euro für die Weiße Brücke ein / Reduziert Spendengeld die Förderung des Landes?

Rendsburg. Er wollte ein Zeichen setzen - und das ist gelungen. Mehr als 200 Besucher kamen am Sonnabend in den Bullentempel, um Charly Beutin und die Schreckschussband beim "Brückenkonzert" zu erleben. Beutin hatte das Benefizkonzert auf die Beine gestellt, um einen Teil zur Finanzierung der Weißen Brücke beizutragen. Der Musiker hielt sich zum Beginn des Auftritts nicht mit langen Reden auf. Es sei ihm ziemlich auf den Geist gegangen, dass mit der Weißen Brücke etwas verschwinden sollte, mit dem viele Rendsburger aufgewachsen seien. "Die Kommunalpolitik kommt mir manchmal vor wie eine Sandkiste. Es ist Zeit für mehr Bürgersinn. Wir müssen endlich mehr aus dem Quark kommen - und nicht nur in Bezug auf die Brücke." Das Publikum bekundetete mit Jubel Zustimmung.

Den Auftakt des Konzertes hatte die Funk&Soul AG der Herderschule bestritten, deren Schülerzeitung nach der Brücke benannt ist. Die jungen Musiker begeisterten das größtenteils wesentlich ältere Publikum.

Charly Beutin hatte für diesen Abend seinen Schreckschussband zusammengetrommelt und bot vom ersten Ton an gewohnt mitreißende Stimmung. Seine Fangemeinde brauchte keinerlei Anlaufzeit, um zu tanzen und die Texte mitzusingen. Möglicherweise hat das Rendsburger Blues-Urgestein an diesem Abend sogar noch einige Fans hinzugewonnen - auch eine Handvoll Ratsmitglieder war gekommen. Sie mussten feststellen, dass die Stimmung bei Charly Beutin im Bullentempel deutlich besser ist als bei den Sitzungen im Alten Rathaus.

Klaus Schaffner (Grüne) hatte sich bei der Abstimmung gegen einen Brückenneubau entschieden. "Das können wir uns nicht leisten", betonte er noch einmal, "ich bin nicht gegen die Brücke, die müsste allerdings aus Spenden bezahlt werden. Die Karte für dieses Konzert habe ich schon vor vier Wochen gekauft."

Da von jedem verkauften Ticket fünf Euro in den Spendentopf flossen, kam eine Summe von 1150 Euro zusammen. Ob dieses Geld allerdings den städtischen Anteil am Brückenbau verringert, ist zweifelhaft. Nach der bisherigen Einschätzung könnte eine Spende an die Stadt dazu führen, dass die Förderung des Landes entsprechend reduziert wird. Für dieses Problem wird noch eine kreative Lösung gesucht.

Zurück